Die Aktienrechtsreform vor der letzten Etappe? (Teil 1)

En­de No­vem­ber 2016 hat der Bun­des­rat den Ge­set­zes­ent­wurf und die Bot­schaft zur Ak­ti­en­rechts­re­form ver­ab­schie­det. Die Au­to­ren re­ka­pi­tu­lie­ren zu­näch­st die Schrit­te der Re­form­be­mü­hun­gen der letz­ten Jah­re und zei­gen die bei al­len Re­form­schrit­ten er­kenn­ba­ren Grund­ten­den­zen auf, ins­be­son­de­re das Fest­hal­ten an der Ein­heit des Ak­ti­en­rechts, mit stär­ke­rer Dif­fe­ren­zie­rung nach der wirt­schaft­li­chen Be­deu­tung, die Um­set­zung des Kon­zepts sa­me busi­ness, sa­me risks, sa­me ru­les und
den Ein­be­zug elek­tro­ni­scher Mit­tel. So­dann wer­den die wich­ti­gen Re­form­vor­schlä­ge im Ein­zel­nen vor­ge­stellt und ge­wür­digt, wo­bei im er­sten Teil vor al­lem die Än­de­run­gen und Neue­run­gen beim Ak­ti­en­ka­pi­tal und beim Schutz der Ver­mö­gens­ba­sis und die Har­mo­ni­sie­rung mit dem Rech­nungs­le­gungs­recht zur Spra­che kom­men.

Im zwei­ten Teil des Bei­trags (folgt im April in SJZ Heft 7) be­leuch­ten die Au­to­ren die Re­form­vor­schlä­ge zur Stär­kung der Stel­lung des Ak­tio­närs, zu den Or­ga­nen und ih­rem ge­gen­sei­ti­gen Ver­hält­nis, zur Um­set­zung der Lex Min­der so­wie zum Auf­grei­fen ge­sell­schafts­po­li­ti­scher The­men und ge­ben ei­nen Aus­blick auf den ver­mu­te­ten Fort­gang der Re­vi­si­on.

Die Ak­ti­en­rechts­re­form vor der letz­ten Etap­pe?, SJZ 2017, S. 73 ff. (zu­sam­men mit Mar­cel Küch­ler) (Link zu Swiss­lex  )

Die «Lex Min­der» – ein Schuss in den Ofen?

Seit An­fang 2015 ist die Ver­ord­nung ge­gen über­mä­ssi­ge Ver­gü­tun­gen bei bör­sen­ko­tier­ten Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten (Ve­güV) als Über­gangs­re­ge­lung für die Um­set­zung der Volks­in­itia­ti­ve «ge­gen die Ab­zocke­rei» zwin­gend zu be­ach­ten. Mit dem neu­en Recht konn­ten nun in zwei Ge­ne­ral­ver­samm­lungs­sai­sons Er­fah­run­gen ge­sam­melt wer­den – ein gu­ter Zeit­punkt für ei­ne vor­läu­fi­ge Wür­di­gung.

Was hat si­ch be­währt und was nicht? In­wie­weit ha­ben si­ch die Er­war­tun­gen er­füllt, was kam un­er­war­tet?

Die «Lex Min­der» – ein Schuss in den Ofen?, in: We­ber et al. (Hrsg.), Ak­tu­el­le Her­aus­for­de­run­gen des Ge­sell­schafts- und Fi­nanz­markt­rechts, Fest­schrift für Hans Cas­par von der Cro­ne zum 60. Ge­burts­tag, Zü­rich 2017, 273 ff. (Buch­de­tails ) (Down­load  )

Online-Update zum Schweizerischen Gesellschaftsrecht

Der ra­san­ten Ent­wick­lung des schwei­ze­ri­schen Ge­sell­schafts­rechts soll durch pe­ri­odi­sche Up­dates zum Lehr­buch (in der Re­gel zu Se­me­ster­be­ginn) Rech­nung ge­tra­gen wer­den.

Schon we­ni­ge Mo­na­te nach dem Er­schei­nen der 11. Auf­la­ge im Sep­tem­ber 2012 trat mit dem neu­en Rech­nungs­le­gungs­recht ei­ne er­ste wich­ti­ge Neue­rung in Kraft.

Am 3.3.2013 ist über ei­nen wei­te­ren wich­ti­gen Ent­wick­lungs­schritt im Ak­ti­en­recht ent­schie­den wor­den: An die­sem Da­tum wur­de die Volks­in­itia­ti­ve «ge­gen die Ab­zocke­rei» an­ge­nom­men. Der neue Ver­fas­sungs­ar­ti­kel und die über­gangs­recht­li­ch auf Ver­ord­nungs­stu­fe ge­re­gel­ten ak­ti­en­recht­li­chen Be­stim­mun­gen (Ve­güV) wer­den aus­führ­li­ch vor­ge­stellt. Eben­falls be­spro­chen wer­den die Neue­run­gen des re­vi­dier­ten Swiss Code, die z.T. eben­falls auf­grund der In­itia­ti­ve bzw. der Ve­güV not­wen­dig wur­den.

Aus­führ­li­ch ein­ge­gan­gen wird so­dann auf die Fort­füh­rung der Ak­ti­en­rechts­re­form mit dem der Bot­schaft und dem Ent­wurf vom 23.11.2016.

Hin­ge­wie­sen wird wei­ter auf die neu­en Be­stim­mun­gen zu den In­ha­ber­ak­ti­en, die si­ch aus der Um­set­zung der Emp­feh­lun­gen der Grou­pe d’action fi­nan­cié­re (GAFI) zur Geld­wä­sche­rei­be­kämp­fung er­ge­ben ha­ben und die auf den 1.7.2015 in Kraft ge­tre­ten sind.

Eben­falls in Kraft ge­tre­ten ist – auf den 1.1.2016 – das neue Fi­nanz­markt­in­fra­struk­tur­ge­setz (Fin­fraG), das zahl­rei­che Er­las­se des Fi­nanz­markt­rechts (insb. das BEHG) be­trifft und in das die ak­ti­en­recht­li­chen Re­ge­lun­gen des BEHG über­ge­führt wor­den sind.

Und schliess­li­ch wird kurz das Fi­nanz­dienst­lei­stungs­ge­setz (FIDLEG) und das Fi­nanz­in­sti­tuts­ge­setz (FINIG) hin­ge­wie­sen, die si­ch bei­de zur­zeit in der par­la­men­ta­ri­schen Be­ra­tung be­fin­den.

Das Up­date, in das die vor­an­ge­gan­ge­nen in­te­griert wor­den sind, ent­hält im Üb­ri­gen Hin­wei­se auf die bis En­de 2016 er­gan­ge­nen wich­ti­gen Ge­richts­ent­schei­de, auf die neu­este Li­te­ra­tur und auf wei­te­re Ent­wick­lun­gen im Be­reich des Ge­sell­schafts­rechts.

Berichterstattung des Abschlussprüfers über wichtige Prüfungssachverhalte

Der neue Be­richt für bör­sen­ko­tier­te Ge­sell­schaf­ten im Kon­text des schwei­ze­ri­schen Ge­sell­schafts­rechts

Auf 2017 er­ge­ben si­ch im Re­vi­si­ons­be­richt an die Ge­ne­ral­ver­samm­lung von bör­sen­ko­tier­ten Un­ter­neh­men um­fang­rei­che Än­de­run­gen. Her­vor­zu­he­ben ist die Of­fen­le­gung der Key Au­dit Mat­ters, wo­mit Ak­tio­nä­re und Öf­fent­lich­keit In­for­ma­tio­nen über un­ter­neh­mens­spe­zi­fi­sche Sach­ver­hal­te er­hal­ten wer­den. Aus recht­li­cher Sicht stellt si­ch da­bei u. a. die Fra­ge des Re­vi­si­ons­ge­heim­nis­ses.

Be­richt­erstat­tung des Ab­schluss­prü­fers über wich­ti­ge Prü­fungs­sach­ver­hal­te, Ex­pert Fo­cus 2016, S. 614 ff. (zu­sam­men mit Thor­sten Klei­bold).

Schweizer Aktienrecht 2020

Zum Stand der schwei­ze­ri­schen Ak­ti­en­rechts­re­form

Am 28. No­vem­ber 2014 hat der Bun­des­rat die Dis­kus­si­on zur Re­form des Ak­ti­en­rechts wie­der auf­ge­nom­men, in­dem er ei­nen neu­en Vor­ent­wurf in die Ver­nehm­las­sung schick­te. Auf der Grund­la­ge der ein­ge­reich­ten Stel­lung­nah­men hat er ein Jahr spä­ter, am 4. De­zem­ber 2015, nicht nur das wei­te­re Vor­ge­hen fest­ge­legt, son­dern auch in­halt­li­che Eck­wer­te be­schlos­sen.

Schwei­zer Ak­ti­en­recht 2020, Ex­pert Fo­cus 1–2|2016, S. 86 ff. (zu­sam­men mit Mar­cel Küch­ler) (Down­load  )

Vom Schiessen in den eigenen Fuss

Per­fek­tio­nis­mus, über­trie­be­ne Für­sor­ge, Hang zu Tra­di­ti­on und Tun­nel­blick: über die Hal­tun­gen, die den Er­fin­der­gei­st brem­sen – und um­setz­ba­re Vor­schlä­ge, wie man die­se än­dern kann.

Vom Schie­ssen in den ei­ge­nen Fuss, Schwei­zer Mo­nat, Nr. 1029, Sep­tem­ber 2015, 69 ff. (Down­load  )

Droit suisse des sociétés

Jetzt er­hält­li­ch: Edi­ti­on françai­se par Pe­ter Ior­da­nov. Avec mi­se à jour 2015

Droit su­is­se des so­cié­tés, Ber­ne 2015 (Buch­de­tails).

Cet ouvra­ge clas­si­que pa­rais­sant pour la pre­miè­re fois en lan­gue françai­se pro­po­se une étu­de d’ensemble du droit su­is­se des so­cié­tés et des ma­tiè­res voi­si­nes. Il pas­sé en re­vue tou­tes les for­mes de so­cié­tés ain­si que l’institution de l’entreprise in­di­vi­du­el­le, mais éga­le­ment des ma­tiè­res trans­ver­sa­les tel­les que le droit comp­ta­ble, le droit du re­gi­st­re du com­mer­ce, les rai­sons de com­mer­ce et les re­struc­tu­ra­ti­ons.

Le tex­te prend pour ba­se l’édition en lan­gue al­le­man­de pa­rue à l’automne 2012 sous le ti­t­re Schwei­ze­ri­sches Ge­sell­schafts­recht. Il est néan­moins à jour de l’état du droit au 1er mai 2015 et rend comp­te en dé­tail des évo­lu­ti­ons de la lé­gis­la­ti­on, de la ju­ris­pru­den­ce et de la doc­tri­ne in­ter­ve­nues de­puis la pa­ru­ti­on de l’édition en lan­gue al­le­man­de.

Le li­v­re se veut à la fois un ma­nu­el et un ouvra­ge de ré­fé­ren­ce pri­vilé­gié pour les pra­ti­ci­ens.

Corporate Social Responsibility – eine (neue) Rechtspflicht für Publikumsgesellschaften

Über­le­gun­gen zu ei­nem zwar in Po­li­tik und Me­di­en viel­fach an­ge­spro­che­nen, von Ju­ri­sten aber bis­her we­nig be­ach­te­ten The­ma: der Fra­ge, ob und al­len­falls in wel­cher Hin­sicht Pu­bli­kums­ge­sell­schaf­ten (und vor al­lem die in­ter­na­tio­nal tä­ti­gen un­ter ih­nen) ei­ne so­zia­le und öko­lo­gi­sche Ver­ant­wor­tung ha­ben und – wenn ja – wor­in ei­ne sol­che be­steht und ob in die­ser Hin­sicht ge­setz­ge­be­ri­sche Mass­nah­men vor­zu­se­hen sind.

Cor­po­ra­te So­ci­al Re­s­pon­si­bi­li­ty, ei­ne (neue) Rechts­pflicht für Pu­bli­kums­ge­sell­schaf­ten, in: Wald­bur­ger et al. (Hrsg.), Law & Eco­no­mics, Fest­schrift für Pe­ter No­bel zum 70. Ge­burts­tag, Bern 2015, 157 ff. (Down­load  )

Aktionärbindungsverträge

Cover Aktionärbindungsverträge

Jetzt er­hält­li­ch

Ak­tio­när­bin­dungs­ver­trä­ge, Recht­li­che Grund­la­gen und Um­set­zung in der Pra­xis, Zü­rich 2015 (zu­sam­men mit Mar­cel Küch­ler) (Buch­de­tails).

Nach der Vor­stel­lung des Ge­setz­ge­bers ist die AG ein an­ony­mes, ka­pi­tal­be­zo­ge­nes Ge­bil­de. Die Rea­li­tät sieht an­ders aus: Zah­len­mä­ssig über­wie­gen klei­ne und mitt­le­re Ge­sell­schaf­ten mit in­ten­si­ven per­sön­li­chen Bin­dun­gen. Für die­se kann ei­ne pas­sen­de Struk­tur mei­st nur ge­fun­den wer­den, in­dem die ak­ti­en­recht­li­che Ord­nung durch ei­nen Ak­tio­när­bin­dungs­ver­trag er­gänzt wird.

Die­ses Buch ver­steht si­ch so­wohl als sy­ste­ma­ti­sche Dar­stel­lung wie auch als Ar­beits­in­stru­ment für die Pra­xis. Die ty­pi­schen Ver­trags­in­hal­te wer­den um­fas­send vor­ge­stellt, die zahl­rei­chen Rechts­fra­gen rund um das The­ma «Ak­tio­när­bin­dungs­ver­trä­ge» gründ­li­ch be­han­delt. Als Ba­sis für die Ver­trags­ge­stal­tung fin­den si­ch so­dann Mu­ster­ver­trä­ge für häu­fi­ge Kon­stel­la­tio­nen so­wie ei­ne Viel­zahl von Text­bau­stei­nen für in­di­vi­du­el­le Be­dürf­nis­se.

Die Mu­ster­ver­trä­ge ste­hen ab Er­schei­nen des Bu­ches un­ter www.schulthess.com/abvmuster zum Down­load be­reit.

 

Die Umsetzung der Schweizer Volksinitiative «gegen die Abzockerei»

Am 3.3.2013 ha­ben die Schwei­zer Stimm­bür­ge­rin­nen und Stimm­bür­ger mit gro­ßer Mehr­heit ei­ner Ver­fas­sungs­än­de­rung zu­ge­stimmt, mit wel­cher über­setz­ten Sa­lä­ren an der Un­ter­neh­mens­spit­ze von bör­sen­no­tier­ten Ge­sell­schaf­ten durch ei­nen Aus­bau der Ak­tio­närs­rech­te ein Rie­gel vor­ge­scho­ben wer­den soll­te. Die Ver­fas­sungs­be­stim­mun­gen sind in­zwi­schen in ei­ner auf den 1.1.2014 in Kraft ge­tre­te­nen Re­gie­rungs­ver­ord­nung kon­kre­ti­siert wor­den.

Der Bei­trag zeigt auf, wie die neue Ord­nung in der Pra­xis der
Pu­bli­kums­ge­sell­schaf­ten um­ge­setzt wor­den ist, was die – zum Teil über­ra­schen­den und un­ge­woll­ten – Kon­se­quen­zen sind und wie si­ch das Schwei­zer Recht in die­sem Be­reich in ab­seh­ba­rer Zu­kunft wei­ter­ent­wickeln dürf­te.

Die Um­set­zung der Schwei­zer Volks­in­itia­ti­ve «ge­gen die Ab­zocke­rei», BOARD 2014/5, 192 ff. (Down­load  )

Unzu­läs­sig­keit von Betei­li­gungs­schei­nen bei Genos­sen­schaf­ten

Die Raiff­ei­sen-Ban­ken­grup­pe woll­te die sta­tu­ta­ri­schen Grund­la­gen schaf­fen, um Be­tei­li­gungs­schei­ne – ähn­li­ch Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­nen bei der Ak­ti­en­ge­sell­schaft – aus­ge­ben zu kön­nen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die­se Plä­ne mit Ur­teil B-6017/2012 vom 13. Ju­ni 2013 ab­ge­seg­net. Das Bun­des­ge­richt da­ge­gen qua­li­fi­zier­te sie im zur Pu­bli­ka­ti­on vor­ge­se­he­nen Ur­teil 4A_363/2013
vom 28. April 2014 über­ra­schend als rechts­wid­rig. Nach Auf­fas­sung der Au­to­ren ist der Ent­scheid des Bun­des­ge­richts in der recht­li­chen Be­grün­dung pro­ble­ma­ti­sch und in den prak­ti­schen Aus­wir­kun­gen ab­zu­leh­nen. Ei­ne Ge­set­zes­re­vi­si­on drängt si­ch auf.

Un­zu­läs­sig­keit von Be­tei­li­gungs­schei­nen bei Ge­nos­sen­schaf­ten, in: Jus­let­ter vom 14. Ju­li 2014 (zu­sam­men mit Fran­co Tai­sch und Ti­zi­an Trox­ler (Down­load  )

Hektik statt Bedächtigkeit: Entwicklungen in der Schweizer Gesetzgebung

Das tra­di­tio­nell be­däch­ti­ge Schwei­zer Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren ist in jün­ge­rer Zeit – vor al­lem, aber kei­nes­wegs nur im Wirt­schafts­recht – von ei­ner bis­her nicht ge­kann­ten Hek­tik er­grif­fen wor­den. In­nert kür­ze­ster Zeit wer­den Ent­wür­fe vor­ge­legt, Ge­set­ze er­las­sen und manch­mal auch eben er­st ver­ab­schie­de­te Er­las­se wie­der ge­än­dert.

Der Bei­trag zeigt an Bei­spie­len die Grün­de auf, die hin­ter die­ser Ent­wick­lung ste­hen, er setzt si­ch mit neu­en Tech­ni­ken aus­ein­an­der, die der Ge­setz­ge­ber – oft ver­deckt und un­re­flek­tiert – zum Zweck der Be­schleu­ni­gung nutzt, und er wür­digt die­se Ent­wick­lung.

Hek­tik statt Be­däch­tig­keit: Ent­wick­lun­gen in der Schwei­zer Ge­setz­ge­bung, in: Grif­fel (Hrsg.), Vom Wert ei­ner gu­ten Ge­setz­ge­bung, Bern 2014, 9 ff. (Down­load  )

Als «Modernisierung» verpackte Rückschritte (Lex Koller)

Seit sei­ner In­kraft­set­zung im Jah­re 1985 ist das Bun­des­ge­setz über den Er­werb von Grund­stücken durch Per­so­nen im Aus­land ein Seis­mo­graf po­li­ti­scher Strö­mun­gen: 2007 schlug der Bun­des­rat dem Par­la­ment noch vor, die Lex Kol­ler auf­zu­he­ben.

Nun hat der Wind ge­dreht. Ei­nem An­trag von Raum­pla­nungs­kom­mis­si­on und Bun­des­rat fol­gend, hat das Par­la­ment 2013 ent­schie­den, auf den Plan, die Lex Kol­ler auf­zu­he­ben, sei zu ver­zich­ten. Viel­mehr soll das Ge­setz ver­schärft wer­den.

Das süf­fig in­sze­nier­te Zerr­bild, aus­län­di­sche In­ve­sto­ren könn­ten ru­del­wei­se über die Schweiz her­fal­len, hier die Ge­win­ne ab­sau­gen und red­li­chen Schwei­zer Käu­fern und Mie­tern das Le­ben schwer ma­chen, ist da­her so po­pu­li­sti­sch wie fal­sch.

Si­cher ist da­ge­gen, dass ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung aus­län­di­scher In­ve­sto­ren im Aus­land (zu Recht) als aus­län­der­feind­li­che Ab­schot­tung ver­stan­den wür­de. Das wür­de nicht nur dem Schwei­zer Ka­pi­tal- und Bör­sen­platz scha­den, son­dern auch dem oh­ne­hin schon an­ge­kratz­ten Image ei­ner welt­of­fe­nen Schweiz.

Als «Mo­der­ni­sie­rung» ver­pack­te Rück­schrit­te, NZZ vom 7. April 2014, Nr. 81, 15 (Down­load  )

Die Nachhaltigkeitsprämie

Pu­bli­kums­ge­sell­schaf­ten set­zen auf die lang­fri­sti­ge Per­spek­ti­ve. Aber die Hal­te­dau­er ih­rer Ak­ti­en be­trägt im Durch­schnitt nur ei­ni­ge Mo­na­te. Wie lässt si­ch die­ser Wi­der­spruch auf­lö­sen? Ganz ein­fach: Wer sei­ne Ak­tie min­de­stens drei Jah­re hält, er­hält ei­ne Prä­mie.

Die Nach­hal­tig­keits­prä­mie, Schwei­zer Mo­nat, Nr. 1012, 2013/2014, 35 ff. (Down­load  )