Schweizer Aktienrecht 2020

Zum Stand der schwei­ze­ri­schen Aktienrechtsreform

Am 28. Novem­ber 2014 hat der Bun­des­rat die Dis­kus­si­on zur Reform des Akti­en­rechts wie­der auf­ge­nom­men, indem er einen neu­en Vor­ent­wurf in die Ver­nehm­las­sung schick­te. Auf der Grund­la­ge der ein­ge­reich­ten Stel­lung­nah­men hat er ein Jahr spä­ter, am 4. Dezem­ber 2015, nicht nur das wei­te­re Vor­ge­hen fest­ge­legt, son­dern auch inhalt­li­che Eck­wer­te beschlossen.

Schwei­zer Akti­en­recht 2020, Expert Focus 1–2|2016, S. 86 ff. (zusam­men mit Mar­cel Küch­ler) (Down­load  )

Vom Schiessen in den eigenen Fuss

Per­fek­tio­nis­mus, über­trie­be­ne Für­sor­ge, Hang zu Tra­di­ti­on und Tun­nel­blick: über die Hal­tun­gen, die den Erfin­der­geist brem­sen – und umsetz­ba­re Vor­schlä­ge, wie man die­se ändern kann.

Vom Schies­sen in den eige­nen Fuss, Schwei­zer Monat, Nr. 1029, Sep­tem­ber 2015, 69 ff. (Down­load  )

Droit suisse des sociétés

Droit suis­se des socié­tés, Ber­ne 2015 (Buch­de­tails).

Cet ouvra­ge clas­si­que parais­sant pour la pre­miè­re fois en lan­gue fran­çai­se pro­po­se une étu­de d’en­sem­ble du droit suis­se des socié­tés et des matiè­res voi­si­nes. Il pas­se en revue tou­tes les for­mes de socié­tés ain­si que l’in­sti­tu­ti­on de l’en­tre­pri­se indi­vi­du­el­le, mais éga­le­ment des matiè­res trans­ver­sa­les tel­les que le droit comp­ta­ble, le droit du registre du com­mer­ce, les rai­sons de com­mer­ce et les restructurations.

Le tex­te prend pour base l’é­di­ti­on en lan­gue alle­man­de parue à l’aut­om­ne 2012 sous le tit­re Schwei­ze­ri­sches Gesell­schafts­recht. Il est néan­moins à jour de l’é­tat du droit au 1er mai 2015 et rend comp­te en détail des évo­lu­ti­ons de la légis­la­ti­on, de la juris­pru­dence et de la doc­tri­ne inter­ve­nues depuis la paru­ti­on de l’é­di­ti­on en lan­gue allemande.

Le liv­re se veut à la fois un manu­el et un ouvra­ge de réfé­rence pri­vi­lé­gié pour les praticiens.

Corporate Social Responsibility – eine (neue) Rechtspflicht für Publikumsgesellschaften

Über­le­gun­gen zu einem zwar in Poli­tik und Medi­en viel­fach ange­spro­che­nen, von Juris­ten aber bis­her wenig beach­te­ten The­ma: der Fra­ge, ob und allen­falls in wel­cher Hin­sicht Publi­kums­ge­sell­schaf­ten (und vor allem die inter­na­tio­nal täti­gen unter ihnen) eine sozia­le und öko­lo­gi­sche Ver­ant­wor­tung haben und – wenn ja – wor­in eine sol­che besteht und ob in die­ser Hin­sicht gesetz­ge­be­ri­sche Mass­nah­men vor­zu­se­hen sind.

Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty, eine (neue) Rechts­pflicht für Publi­kums­ge­sell­schaf­ten, in: Wald­bur­ger et al. (Hrsg.), Law & Eco­no­mics, Fest­schrift für Peter Nobel zum 70. Geburts­tag, Bern 2015, 157 ff. (Down­load  )

Aktionärbindungsverträge

Cover Aktionärbindungsverträge

Aktio­när­bin­dungs­ver­trä­ge, Recht­li­che Grund­la­gen und Umset­zung in der Pra­xis, Zürich 2015 (zusam­men mit Mar­cel Küch­ler) (Buch­de­tails).

Nach der Vor­stel­lung des Gesetz­ge­bers ist die AG ein anony­mes, kapi­tal­be­zo­ge­nes Gebil­de. Die Rea­li­tät sieht anders aus: Zah­len­mäs­sig über­wie­gen klei­ne und mitt­le­re Gesell­schaf­ten mit inten­si­ven per­sön­li­chen Bin­dun­gen. Für die­se kann eine pas­sen­de Struk­tur meist nur gefun­den wer­den, indem die akti­en­recht­li­che Ord­nung durch einen Aktio­när­bin­dungs­ver­trag ergänzt wird.

Die­ses Buch ver­steht sich sowohl als sys­te­ma­ti­sche Dar­stel­lung wie auch als Arbeits­in­stru­ment für die Pra­xis. Die typi­schen Ver­trags­in­hal­te wer­den umfas­send vor­ge­stellt, die zahl­rei­chen Rechts­fra­gen rund um das The­ma «Aktio­när­bin­dungs­ver­trä­ge» gründ­lich behan­delt. Als Basis für die Ver­trags­ge­stal­tung fin­den sich sodann Mus­ter­ver­trä­ge für häu­fi­ge Kon­stel­la­tio­nen sowie eine Viel­zahl von Text­bau­stei­nen für indi­vi­du­el­le Bedürfnisse.

Die Mus­ter­ver­trä­ge ste­hen ab Erschei­nen des Buches unter www.schulthess.com/abvmuster zum Down­load bereit.

Die Umsetzung der Schweizer Volksinitiative «gegen die Abzockerei»

Am 3.3.2013 haben die Schwei­zer Stimm­bür­ge­rin­nen und Stimm­bür­ger mit gro­ßer Mehr­heit einer Ver­fas­sungs­än­de­rung zuge­stimmt, mit wel­cher über­setz­ten Salä­ren an der Unter­neh­mens­spit­ze von bör­sen­no­tier­ten Gesell­schaf­ten durch einen Aus­bau der Aktio­närs­rech­te ein Rie­gel vor­ge­scho­ben wer­den soll­te. Die Ver­fas­sungs­be­stim­mun­gen sind inzwi­schen in einer auf den 1.1.2014 in Kraft getre­te­nen Regie­rungs­ver­ord­nung kon­kre­ti­siert worden.

Der Bei­trag zeigt auf, wie die neue Ord­nung in der Pra­xis der
Publi­kums­ge­sell­schaf­ten umge­setzt wor­den ist, was die – zum Teil über­ra­schen­den und unge­woll­ten – Kon­se­quen­zen sind und wie sich das Schwei­zer Recht in die­sem Bereich in abseh­ba­rer Zukunft wei­ter­ent­wi­ckeln dürfte.

Die Umset­zung der Schwei­zer Volks­in­itia­ti­ve «gegen die Abzo­cke­rei», BOARD 2014/5, 192 ff. (Down­load  )

Unzu­läs­sig­keit von Betei­li­gungs­schei­nen bei Genossenschaften

Die Raiff­ei­sen-Ban­ken­grup­pe woll­te die sta­tu­ta­ri­schen Grund­la­gen schaf­fen, um Betei­li­gungs­schei­ne – ähn­lich Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­nen bei der Akti­en­ge­sell­schaft – aus­ge­ben zu kön­nen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die­se Plä­ne mit Urteil B‑6017/2012 vom 13. Juni 2013 abge­seg­net. Das Bun­des­ge­richt dage­gen qua­li­fi­zier­te sie im zur Publi­ka­ti­on vor­ge­se­he­nen Urteil 4A_363/2013
vom 28. April 2014 über­ra­schend als rechts­wid­rig. Nach Auf­fas­sung der Autoren ist der Ent­scheid des Bun­des­ge­richts in der recht­li­chen Begrün­dung pro­ble­ma­tisch und in den prak­ti­schen Aus­wir­kun­gen abzu­leh­nen. Eine Geset­zes­re­vi­si­on drängt sich auf.

Unzu­läs­sig­keit von Betei­li­gungs­schei­nen bei Genos­sen­schaf­ten, in: Jus­let­ter vom 14. Juli 2014 (zusam­men mit Fran­co Taisch und Tizi­an Trox­ler (Down­load  )

Hektik statt Bedächtigkeit: Entwicklungen in der Schweizer Gesetzgebung

Das tra­di­tio­nell bedäch­ti­ge Schwei­zer Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ist in jün­ge­rer Zeit – vor allem, aber kei­nes­wegs nur im Wirt­schafts­recht – von einer bis­her nicht gekann­ten Hek­tik ergrif­fen wor­den. Innert kür­zes­ter Zeit wer­den Ent­wür­fe vor­ge­legt, Geset­ze erlas­sen und manch­mal auch eben erst ver­ab­schie­de­te Erlas­se wie­der geändert.

Der Bei­trag zeigt an Bei­spie­len die Grün­de auf, die hin­ter die­ser Ent­wick­lung ste­hen, er setzt sich mit neu­en Tech­ni­ken aus­ein­an­der, die der Gesetz­ge­ber – oft ver­deckt und unre­flek­tiert – zum Zweck der Beschleu­ni­gung nutzt, und er wür­digt die­se Entwicklung.

Hek­tik statt Bedäch­tig­keit: Ent­wick­lun­gen in der Schwei­zer Gesetz­ge­bung, in: Grif­fel (Hrsg.), Vom Wert einer guten Gesetz­ge­bung, Bern 2014, 9 ff. (Down­load  )

Als «Modernisierung» verpackte Rückschritte (Lex Koller)

Seit sei­ner Inkraft­set­zung im Jah­re 1985 ist das Bun­des­ge­setz über den Erwerb von Grund­stü­cken durch Per­so­nen im Aus­land ein Seis­mo­graf poli­ti­scher Strö­mun­gen: 2007 schlug der Bun­des­rat dem Par­la­ment noch vor, die Lex Kol­ler aufzuheben.

Nun hat der Wind gedreht. Einem Antrag von Raum­pla­nungs­kom­mis­si­on und Bun­des­rat fol­gend, hat das Par­la­ment 2013 ent­schie­den, auf den Plan, die Lex Kol­ler auf­zu­he­ben, sei zu ver­zich­ten. Viel­mehr soll das Gesetz ver­schärft werden.

Das süf­fig insze­nier­te Zerr­bild, aus­län­di­sche Inves­to­ren könn­ten rudel­wei­se über die Schweiz her­fal­len, hier die Gewin­ne absau­gen und red­li­chen Schwei­zer Käu­fern und Mie­tern das Leben schwer machen, ist daher so popu­lis­tisch wie falsch.

Sicher ist dage­gen, dass eine Dis­kri­mi­nie­rung aus­län­di­scher Inves­to­ren im Aus­land (zu Recht) als aus­län­der­feind­li­che Abschot­tung ver­stan­den wür­de. Das wür­de nicht nur dem Schwei­zer Kapi­tal- und Bör­sen­platz scha­den, son­dern auch dem ohne­hin schon ange­kratz­ten Image einer welt­of­fe­nen Schweiz.

Als «Moder­ni­sie­rung» ver­pack­te Rück­schrit­te, NZZ vom 7. April 2014, Nr. 81, 15 (Down­load  )

Die Nachhaltigkeitsprämie

Publi­kums­ge­sell­schaf­ten set­zen auf die lang­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve. Aber die Hal­te­dau­er ihrer Akti­en beträgt im Durch­schnitt nur eini­ge Mona­te. Wie lässt sich die­ser Wider­spruch auf­lö­sen? Ganz ein­fach: Wer sei­ne Aktie min­des­tens drei Jah­re hält, erhält eine Prämie.

Die Nach­hal­tig­keits­prä­mie, Schwei­zer Monat, Nr. 1012, 2013/2014, 35 ff. (Down­load  )

Vorbild Schweiz?

Am 3. März 2013 haben die Schwei­zer Stimm­bür­ge­rin­nen und Stimm­bür­ger die Volks­in­itia­ti­ve «gegen die Abzo­cke­rei», mit der auf über­setz­te Salä­re der Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes und der Geschäfts­lei­tung in einer Rei­he von Publi­kums­ge­sell­schaf­ten reagiert wer­den soll, mit einer wuch­ti­gen Mehr­heit von 68% angenommen.
Wie kam es zu die­sem Ergeb­nis, das noch vor weni­gen Jah­ren undenk­bar gewe­sen wäre? Was ist der Inhalt des künf­ti­gen Rechts? Und wie dürf­te es sich auf Recht und Wirt­schaft in der Schweiz aus­wir­ken? Auf die­se Fra­gen sei im Fol­gen­den eine ers­te Ant­wort versucht.

Vor­bild Schweiz?, Zur gesetz­li­chen Begren­zung der Mana­ger­ge­häl­ter, myops 2013/18, 5 ff. (Down­load  )

Die Schweiz auf dem Weg zum striktesten Aktienrecht der Welt?

Am 3. März 2013 haben die Schwei­zer Stimm­bür­ge­rin­nen und Stimm­bür­ger die Volks­in­itia­ti­ve «gegen die Abzo­cke­rei», mit der auf über­setz­te Salä­re der Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes und der Geschäfts­lei­tung in einer Rei­he von Publi­kums­ge­sell­schaf­ten reagiert wer­den soll, mit einer wuch­ti­gen Mehr­heit von 68% ange­nom­men. Dies, obwohl auch bei einer Ableh­nung der Initia­ti­ve ein Gegen­vor­schlag in Kraft getre­ten wäre. Wie kam es zu die­sem Ergeb­nis? Was ist der Inhalt des künf­ti­gen Rechts? Wie wirkt es sich auf Recht und Wirt­schaft in der Schweiz aus?

Die Schweiz auf dem Weg zum strik­tes­ten Akti­en­recht der Welt?, BOARD 2013/2, 51 ff. (Down­load  )

Schutz der Menschenrechte – eine Pflicht für multinationale Unternehmen?

Die­ser Bei­trag befasst sich mit der Fra­ge, inwie­weit die Schwei­zer Mut­ter­ge­sell­schaft einer inter­na­tio­nal täti­gen Grup­pe und ihre lei­ten­den Organ­per­so­nen über das Kom­mer­zi­el­le hin­aus eine Kon­zern­lei­tungs­pflicht haben und ins­be­son­de­re, ob dar­in eine Pflicht ein­ge­schlos­sen ist, für den Schutz der Men­schen­rech­te und der gewerk­schaft­li­chen Frei­hei­ten in Toch­ter­ge­sell­schaf­ten zu sor­gen, wenn die­se in Regio­nen begrenz­ter Staat­lich­keit tätig sind.

Schutz der Men­schen­rech­te – eine Pflicht für multinationale
Unter­neh­men?, in: Caval­lo et al. (Hrsg.), Liber ami­co­rum für Andre­as Donatsch, Zürich 2012, 703 ff. (Down­load  )

Der Genossenschaftszweck – gestern und heute

Art. 828 Abs. 1 OR defi­niert die Genos­sen­schaft als eine als Kör­per­schaft orga­ni­sier­te Ver­bin­dung einer nicht geschlos­se­nen Zahl von Per­so­nen oder Han­dels­ge­sell­schaf­ten, die in der Haupt­sa­che die För­de­rung oder Siche­rung bestimm­ter wirt­schaft­li­cher Inter­es­sen ihrer Mit­glie­der in gemein­sa­mer Selbst­hil­fe bezweckt. Damit weicht der Gesetz­ge­ber für die Genos­sen­schaft als ein­zi­ger Rechts­form des Obli­ga­tio­nen­rechts vom in Art. 530 Abs. 1 OR fest­ge­leg­ten und für sämt­li­che Han­dels­ge­sell­schaf­ten gel­ten­den Prin­zip der frei­en Zweck­set­zung ab. In der Pra­xis berei­tet es frei­lich Schwie­rig­kei­ten, die rechts­wid­ri­gen von den nur atypi­schen Genos­sen­schafts­zwe­cken zu unterscheiden.

Der Genos­sen­schafts­zweck – ges­tern und heu­te, REPRAX 2012/2, 1 ff. (zusam­men mit Fran­co Taisch, Tizi­an Trox­ler und Ingrid D’Incà-Keller) (Down­load  )

Verpasste Chancen und unabsehbare Folgen für Genossenschaften – BGE 138 III 407

Ent­scheid­be­spre­chung in der NZZ vom 23.10.2012

Sinkt die Mit­glie­der­zahl einer Genos­sen­schaft unter sie­ben, hat die­se nach Ansicht des Bun­des­ge­richts ihre mate­ri­el­le Exis­tenz ver­lo­ren und ist auf­zu­lö­sen. Die Autoren (Forstmoser/Taisch/Troxler) erör­tern die­sen Ent­scheid, der auch Gross­ver­tei­ler tref­fen könn­te, kritisch.

«Ver­pass­te Chan­cen und unab­seh­ba­re Fol­gen für Genos­sen­schaf­ten», Ent­scheid­be­spre­chung zu BGE 138 III 407 in NZZ vom 23.10.2012, Nr. 247, S. 33 (zusam­men mit Fran­co Taisch und Tizi­an Trox­ler) (Down­load  ).